Sitzbäder gegen Hämorrhoiden

Sitzbäder sind eine bekannte und bewährte Therapie bei Hämorrhoiden-Leiden, die häufig von Ärzten empfohlen wird. Nicht in jedem Fall sind Sitzbäder die erste Wahl, doch die meisten Betroffenen empfinden sie als hilfreich und sehr erleichternd bei den unangenehmen Symptomen der Hämorrhoiden.

Welche Sitzbäder helfen wirklich gegen Hämorrhoiden? Hämorrhoiden Heilmittel

Bei Hämorrhoiden werden Sitzbäder vor allem aus zwei Gründen verordnet: Sie können Beschwerden lindern und unterstützen bei der Hygiene. Die Analregion ist sehr empfindlich, bereits kleinste Verletzungen wie Risse können sehr schmerzhaft sein und heilen oft schlecht. Das gilt natürlich für Hämorrhoidalleiden um so mehr. Manche, zum Beispiel ältere Menschen und Schwangere, können Schwierigkeiten bei der Pflege der sensiblen Haut an dieser Stelle haben – hier helfen Sitzbäder, schon allein aus praktischen Erwägungen.

So genannte medizinische Sitzbäder sind besonders für die Linderung der Symptome geeignet, die bei Hämorrhoiden zwangsläufig auftreten. Juckreiz, nässende und brennende Stellen sind die unangenehmen Folgen der Hämorrhoiden. Ein Sitzbad mit Kamille, Arnika oder ähnlichen, entzündungshemmenden Stoffen (auch Hamamelis und Eichenrinde sind gut geeignet) ist für Betroffene leicht durchzuführen und wird als sehr angenehm empfunden. Jucken und Brennen lassen meist unmittelbar während der Behandlung nach, die Durchblutung wird gefördert.

Wie funktionieren Sitzbäder gegen Hämoriden?

Hämorrhoiden SitzbadSoweit vom Arzt nicht anders verordnet, nimmt man ein- bis zweimal täglich ein Sitzbad in körperwarmem Wasser, das möglichst nicht heißer als 28 Grad sein sollte. Die Zutaten für das Bad erhält man in der Apotheke. Lose Heilkräuter kocht man zuvor ab und gibt sie abgeseiht und abgekühlt zum Badewasser in eine große, flache Schüssel. Viele Ärzte und Apotheker raten besonders zur Eichenrinde. Wer mag, kann sich natürlich auch eine spezielle Sitzbadewanne anschaffen, die man im Sanitärfachhandel bekommt. Das Sitzbad sollte insgesamt nicht länger als fünf Minuten dauern.

Wem das zu aufwendig erscheint, der kann ein Sitzbad auch in der heimischen Badewanne durchführen. Hier sind dann fertige Badezusätze praktischer als Heilkräuter. Zu bedenken ist bei dieser Methode, dass relativ viel Wasser benötigt wird. Egal, für welche Variante man sich entscheidet, eines sollte man beachten: Die empfindliche Analregion jetzt nicht mehr zusätzlich mit Seifen reinigen, denn das kann die Wirksamkeit der Zutaten beeinträchtigen. Nach dem Bad sollte die Haut nur vorsichtig trocken getupft werden, auf keinen Fall darf man stark reiben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Durchführung von Sitzbädern in der Toilette. Hierfür gibt es im Sanitäts-Fachgeschäft spezielle Toiletteneinsätze, gelegentlich auch "Sitz-Bidet" genannt. Diese Einsätze passen auf jede handelsübliche Toilette. Die Anwendung von Sitzbädern ist so besonders leicht möglich.

Sitzbäder helfen in der Regel gut bei leichten bis mittleren Hämorrhoiden-Beschwerden, aber sie können die Ursache nicht beseitigen und versprechen auch keine Heilung. Wenn Hämorrhoiden dritten oder vierten Grades vorliegen, ist eine Operation meist unumgänglich.

Wann lieber kein Sitzbad bei Hämorrhoiden?

Viele Ärzte empfehlen heute, nach einer Hämorrhoiden-Operation auf Sitzbäder zu verzichten und statt dessen die Analregion lieber abzuduschen. Dies allerdings vor allem aus Gründen der Bequemlichkeit – eine wirkliche Kontraindikation gibt es nicht. Einzig Menschen, die zu Kreislaufbeschwerden neigen, sollten bei Sitzbädern vorsichtig sein, doch das gilt eigentlich für jedes warme Bad.

Es gibt also kaum einen Grund, auf ein Sitzbad zu verzichten, wenn man unter Hämorrhoiden leidet. Auf die richtige Anwendung muss allerdings geachtet werden, denn zu heiß darf das Sitzbad nicht werden. Es hätte dann die gegenteilige Wirkung: Wird die Analregion zu stark aufgeweicht, wird sie im Anschluss wieder zu trocken werden. Die Folge wären erneute Beschwerden.

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